Entbeamtung für Lehrkräfte – eine überflüssige Diskussion

Die Vorsitzenden in der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) zeigen völliges Unverständnis darüber, dass ausgerechnet das Bundesland Sachsen, das mit Bayern Spitzenleistungen bei den innerdeutschen Ländervergleichstests erzielt, eine bundesweite Entbeamtung für Lehrkräfte fordert. Michael Schwägerl (bpv), der soeben die abl-Präsidentschaft für 2026 übernommen hat, übt Kritik und mahnt an, die Dinge bis zum Ende durchzudenken:

„Eine Forderung dieser Tragweite auf Schüler- und Lehrer-Prognosen eines einzigen Bundeslandes zu setzen, die weit über einen 10-Jahres-Zeitraum hinausgehen, ist mehr als verwegen. Man muss dazu nur die Entwicklungen im Bildungsbereich der letzten 15 Jahre betrachten und die dazu vorausgehenden Prognosen. Sicher ist dagegen, dass Debatten dieser Art der Attraktivität des Lehrberufs großen Schaden zufügen und keine Wertschätzung für die Arbeit der aktiven Lehrkräfte darstellen. In einer Phase, in der viele Länder unter Lehrermangel leiden, ist das mehr als kontraproduktiv. Bildung ist keine Kostenstelle, sondern die wichtigste Ressource unserer Gesellschaft und die nachhaltigste Investition in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen. Wir fragen uns zudem, ob angesichts der aktuellen finanziellen Schwierigkeiten in Sachsen die Rechnung mit Blick auf die Kosten von Tarifbeschäftigten und Beamten tatsächlich aufgeht. Pensionslasten eines Bundeslandes in Rentenlasten der Deutschen Rentenversicherung zu verwandeln, stellt ein durchsichtiges Manöver dar nach dem Sankt-Florians-Prinzip ‚Verschon mein Haus, zünd andere an‘. Es löst aber keines der vorhandenen Probleme, sondern verlagert sie und schafft neue.“

Vor diesem Hintergrund unterstützen die Vorsitzenden der abl-Mitgliedsverbände, Michael Schwägerl (bpv), Ulrich Babl (brlv), Pankraz Männlein (VLB) und Martin Goppel (KEG) das klare Bekenntnis der neuen Präsidentin der BMK, Kultusministerin Anna Stolz, zum Beamtentum:

„Bleiben Sie standhaft in dieser Frage. Ihre Rückendeckung setzt ein wichtiges und verlässliches Signal, damit solche Diskussionen erst gar keinen Nährboden erhalten. Der Bildungsbereich braucht Debatten und Lösungen in ganz anderen Bereichen und keine Lehrkräfte-Status-Diskussion.“

Pressekontakt: Ulrike Schneider | E-Mail: presse@bpv.de | Mobil: +49 172 8483399

In der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände arbeiten seit über 40 Jahren der brlv, der bpv, die KEG und der VLB erfolgreich zusammen und setzen sich für über 150.000 bayerische Lehrkräfte ein, die insgesamt rund 1,7 Mio. Schülerinnen und Schüler des in 22 Schularten differenzierten bayerischen Bildungssystems unterrichten.