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Pressemitteilung Nr. 10 vom 22. November 2010

WAS WOLLEN BAYERNS NACHWUCHSLEHRER? – DIE SEIT JAHREN GRÖßTE UMFRAGE GIBT AUSKUNFT

Lehrernachwuchs: Umfrageergebnisse

Kritik an Bezahlung auf dem Niveau von ALDI-Azubis

Zwei Drittel der bayerischen Referendare fühlen sich unterbezahlt. Das ist eines der Ergebnisse der größten Befragung von Junglehrern aller Schularten, die es in Bayern seit Jahren gegeben hat. 1240 Nachwuchslehrkräfte hatten bis Mitte November einen Fragenkatalog beantwortet, den die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) entwickelt hatte – mit teilweise überraschenden Ergebnissen. Die Antwort auf die Frage nach der Zufriedenheit mit der Bezahlung kommentierte der amtierende abl-Präsident Max Schmidt: „Seit der letzten Kürzung der Bezüge billigt man Referendaren nach fünf- bis sechsjährigem Studium so viel Geld zu wie zehn Jahre jüngeren ALDI-Azubis im dritten Lehrjahr. Das finanzielle Elend beabsichtigt die Staatsregierung jetzt auch noch dadurch zu verlängern, dass die Einstiegsbesoldung z.T. um über 500.- Euro brutto gekürzt wird. Das ist himmelschreiend! Die erste Berufsphase darf für unsere jungen Leute keine nebenjobpflichtige Veranstaltung werden!“

Sind Orientierungspraktika hilfreich? - Weniger als ein Viertel sagt ja

Eine so nicht erwartete deutliche Unzufriedenheit besteht bei Junglehrern auch über das Orientierungspraktikum, das der Überprüfung des Berufswunsches dienen soll: Noch nicht einmal jeder vierte Befragte (23 Prozent) hielt es für ‚hilfreich’, 40 Prozent nicht und 30 Prozent nur zum Teil. Dagegen sprachen sich fast 78 Prozent der Befragten für ein Eignungsberatungsverfahren zu Beginn des Studiums aus. Für den abl-Präsidenten sollten aus diesem Ergebnis Konsequenzen gezogen werden: „Das Ergebnis passt zu manchen Zweifeln universitärer Fachdidaktiker über den höchst begrenzten Nutzen der Orientierungspraktika: Sie gingen auf Kosten anderer Studienanteile, ohne den Studierenden einen hinreichenden Erkenntnisgewinn zu bringen. Ich halte sie für entbehrlich. Besser wäre es, man würde auf einen qualifizierten, systematischen Ausbau der Eingangsberatung setzen.“

Fachwissenschaften schneiden gut, Erziehungswissenschaften schlecht ab

Gefragt wurden die Nachwuchslehrkräfte auch nach ihrer Einschätzung der drei Säulen der Lehramtsstudiengänge. Die mit Abstand beste Beurteilung erhielten die Fachwissenschaften: 50,5 Prozent empfanden die angebotene Vielfalt der Veranstaltungen an ihrem Studienort als ‚gut’, nur 9 Prozent als ‚schlecht’. Noch besser fiel das Urteil über die Qualität der fachwissenschaftlichen Veranstaltungen aus: Über 57 Prozent beurteilten sie als ‚gut’, lediglich 5,4 Prozent als ‚schlecht’. Dagegen nimmt sich das Urteil über die Fachdidaktiken vergleichsweise bescheiden aus: Über 80 Prozent der Befragten beantworteten die Frage nach der angebotenen Vielfalt mit ‚mittel’ (44,5 Prozent) oder gar ‚schlecht’ (36 Prozent), ein gemischtes Urteil wurde über die Qualität gefällt: Knapp 23 Prozent empfanden sie als ‚gut’, 47 Prozent als ‚mittel’ und rund 25 Prozent als ‚schlecht’. Klar am ungünstigsten schneiden in der Umfrage die Erziehungswissenschaften ab: Nur 16,5 Prozent vergaben hier ein ‚gut’ für die Vielfalt, die Veranstaltungsqualität als ‚gut’ empfanden gar nur 13 Prozent. Die nahezu gleich hohen Werte bei den Einstufungen ‚mittel’ und ‚schlecht für die Vielfalt (zus. 77 Prozent) und die Qualität (zus. 80 Prozent) des Angebotes haben für den abl-Präsidenten einen deutlichen Aufforderungscharakter: „So erfreulich die Zufriedenheit mit den Fachwissenschaften vor dem Hintergrund ihrer durch zahlreiche Untersuchungen bestätigten Bedeutung für den Unterrichtserfolg auch ist, so bedenklich finde ich das klare Urteil über die Erziehungswissenschaften: Anstatt unreflektiert ihren Anteil an den Lehramtsstudiengängen weiter zu erhöhen, sollte Geld und Personal in die Verbesserung ihrer Qualität investiert werden. Hier muss das Prinzip ‚Qualität vor Quantität’ gelten!“

Mehr schulartspezifische Angebote gewünscht

Kritik übten die Befragten an der Zahl der schulartspezifischen Angebote an ihrem Studienort: Weniger als ein Viertel (23,5 Prozent) war damit zufrieden, am häufigsten lautete die Antwort ‚nein’ (37 Prozent). Eine mittlere Einstufung gaben 34,5 Prozent der Befragten ab. Für die bayerischen Lehrerverbände erwächst daraus die Forderung nach einer Erhöhung der schulartspezifischen Angebote, denn, so Schmidt, „die Anforderungen in den einzelnen Lehrämtern sind hochspezifisch und kaum miteinander vergleichbar: Eine Grundschullehrerin benötigt andere Angebote als ein zukünftiger Lehrer an einer beruflichen Schule.“

Seminarausbildung gut, aber mit Verbesserungspotenzial

Die Ausbildung im Studienseminar wird von vielen jungen Kollegen geschätzt: Nur jeder zehnte gab an, durch die Seminarlehrer nicht effektiv auf den Unterricht vorbereitet worden zu sein, fast 43 Prozent beantworteten diese Frage dagegen mit einem klaren ‚ja’. Dass allerdings auch über ein Drittel (37 Prozent) der Befragten angab, nur teilweise eine gute Vorbereitung erfahren zu haben, zeigt, dass Verbesserungen in diesem Bereich möglich und nötig sind: Referendare und Seminarlehrer benötigen nach Ansicht der Pädagogenverbände mehr Zeit für eine noch intensivere Unterrichtsvorbereitung und den fachlichen und pädagogischen Austausch. Darauf weist auch der Umstand hin, dass nur knapp jeder zweite (49,5 Prozent) Nachwuchslehrer angibt, genügend Beratungsmöglichkeiten durch seine Seminarlehrer zu haben.

Der enorme Stellenwert, der dem Referendariat in den Augen der Betroffenen zukommt, spiegelt sich in der höchsten Zustimmung unter allen gestellten Fragen wider: 80 Prozent sagen: In der Lehrerbildung ist das zweijährige Referendariat ‚unverzichtbar’, anders empfinden dies nur 15 Prozent.

Für die Idee einer dritten Phase der Lehrerbildung können sich sieben von zehn Befragten erwärmen: 69 Prozent hielten eine institutionalisierte Berufseinstiegsphase für hilfreich, in der Junglehrer nach dem Referendariat beim Berufseinstieg weiter professionell begleitet und unterstützt werden.

abl: Verbesserungen mit Kürzungen im Bildungsbereich nicht vereinbar

Für den abl-Präsidenten zeigt die Befragung vor allen Dingen Folgendes: „Das bayerische System der Lehrerbildung steht für Qualität und muss nicht über den Haufen geworfen werden. Dennoch besteht Handlungsbedarf: Die Möglichkeiten zur qualifizierten Beratung und Betreuung unseres Lehrernachwuchses müssen ausgebaut, die Studienangebote selbst in Teilbereichen qualitativ wie quantitativ verbessert werden. - Kürzungen im Bildungsbereich lassen sich mit diesem Handlungsauftrag nicht vereinbaren, zusätzliche Investitionen sehr wohl!“

Die Ergebnisse der Befragung wurden im Rahmen der Tagung „Professionalität und Qualität“ der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) zur Lehrerbildung an der TU München einem Fachpublikum am Samstag erstmals vorgestellt. Anlässlich dieser Fachtagung haben die vier beteiligten Pädagogenverbände ihre Forderungen zur Verbesserung der Situation in der Lehrerbildung in einer Resolution [167 KB] formuliert, die Sie angehängt finden und um deren freundliche Beachtung wir Sie bitten.

Für den Inhalt verantwortlich: Peter Missy, Pressesprecher des bpv, Tel. 0172/ 848 33 99


Pressemitteilung Nr. 9 vom 21. November 2010

Fachtagung „Professionalität und Qualität“ an der TU München

BAYERISCHE LEHRERVERBÄNDE FORDERN PROFESSIONELL BEGLEITETE BERUFSEINSTIEGSPHASE


Die Einrichtung einer professionell begleiteten Berufseinstiegsphase im Anschluss an das zweijährige Referendariat gehört zu den Forderungen bayerischer Lehrerverbände, um die „Professionalität und Qualität“ der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern zu stärken. Zu Beginn einer gleichnamigen Fachtagung zur Lehrerbildung, zu der vier bayerische Lehrerverbände Fachleute am Samstag an die TU München eingeladen hatten, stellte der amtierende Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) Max Schmidt selbstbewusst fest: „Unsere Lehrerbildung befindet sich im Bundesvergleich auf hohem Niveau. Inzwischen ist unbestritten, dass die guten Ergebnisse bayerischer Schüler bei nationalen und internationalen Vergleichstests auch auf den hohen Qualifikationsgrad der Lehrerschaft zurückzuführen sind. Bei der Ausbildung seiner Pädagogen muss der Freistaat daher das Rad nicht neu erfinden.“

Zu den bewährten Erfolgsgaranten der Lehrerbildung gehören nach Ansicht der Lehrerverbände folgende Charakteristika:

Dennoch, so sind sich Vertreter von 45.000 bayerischen Pädagogen einig, müsse die Lehrerbildung in Bayern weiterentwickelt werden, um den hohen Qualitätsstandard zu halten. Zur Begründung der Forderung nach einer institutionalisierten Berufseinstiegsphase sagte abl-Präsident Schmidt: „Sie kann Berufsanfängern wertvolle Hilfen bei der Bewältigung von Schwierigkeiten des realen Berufsalltags bieten. Denn zwei Jahre Referendariat sind unverzichtbar, aber nicht genug, um den über die Jahre gestiegenen beruflichen Anforderungen dauerhaft gewachsen zu sein. Dies sollte einhergehen mit einer adäquaten Absenkung der Unterrichtsverpflichtung.“

Kritik an Sparplänen: Lehrer nicht billiger, sondern besser machen

An den als Referenten geladenen Vorsitzenden des Hochschulausschusses im Bayerischen Landtag Bernd Sibler gewandt, übte Schmidt deutliche Kritik an den jüngsten Sparideen der bayerischen Staatsregierung: „Anstatt zu überlegen, wie man Lehrer billiger macht, sollte die Politik mit uns gemeinsam darüber nachdenken, wie man sie besser macht! Mit Ihren Ausführungen zum Sinn des Staatsexamens haben Sie heute dafür ein gutes Beispiel gegeben – Ich hoffe, dass es positiv abfärbt!“

Für den Inhalt verantwortlich: Peter Missy, Pressesprecher des bpv, Tel. 0172/ 848 33 99


Pressemitteilung Nr. 8 vom 11. November 2010

Bayerische Lehrerverbände:

BEAMTENSTATUS FÜR LEHRKRÄFTE MEHR ALS SINNVOLL

abl-Präsident Schmidt: „Gedankenspiele beruhen auf Milchmädchenrechnung“


Einer Diskussion um den Beamtenstatus von Lehrkräften sieht der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) und Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt mit Gelassenheit entgegen: „Die Idee, kurzfristig Kosten dadurch zu sparen, dass Lehrer nur noch als Angestellte beschäftigt werden, basiert auf einer Milchmädchenrechnung. Denn während seiner aktiven Zeit und damit rund vier Jahrzehnte lang kommt ein Angestellter den Landeshaushalt deutlich teurer als ein Beamter. Wenn überhaupt, würde sich ein erhoffter Einspareffekt allenfalls erst nach Jahrzehnten einstellen. Zunächst einmal aber würde für Bayern eine generelle Einstellung von Lehrkräften auf Angestelltenbasis aufgrund der zusätzlichen Kosten den Gang in die Neuverschuldung bedeuten. Solche Kostenberechnungen hat Schleswig-Holstein bereits vor Jahren angestellt und ist danach desillusioniert zur Verbeamtung der Lehrkräfte zurückgekehrt. Aktuell ist als eines der letzten Bundesländer Sachsen-Anhalt dazu übergegangen, Lehrer bevorzugt als Beamte einzustellen.“

Hinzu komme, so Schmidt, dass eine verbeamtete Lehrkraft einer Unterrichtsgarantie gleichkomme. Regelmäßige, zum Teil über Wochen andauernde Lehrerstreiks wie in anderen Ländern blieben deutschen Schülern und Eltern durch den Beamtenstatus der Lehrkräfte erspart.

Und schließlich, so der abl-Präsident, müsse sich der Dienstherr auch vor Augen führen, dass im Lehrerbereich die Statusfrage auch immer mit der Frage der Attraktivität des Berufsbildes verbunden sei: „In manchen Bereichen gelingt es Bayern doch schon heute nicht mehr, mit Angestelltentarifen genügend qualifizierte Bewerber für den öffentlichen Dienst zu gewinnen. Man muss daher kein Prophet sein, um vorauszusehen, dass durch den Wegfall des Beamtenstatus der Lehrermangel nicht behoben, sondern noch einmal verschärft werden würde. Das hat erst unlängst Berlin dazu bewogen, seine Lehrkräfte wieder zu verbeamten.“

Pressemitteilung Nr. 5 vom 13. September 2010

MITTELSCHULE BRAUCHT MITTEL!

abl-Präsident Schmidt: „Eigenständiges Profil Voraussetzungen für Akzeptanz“


Zum offiziellen Start der Mittelschule in Bayern hat der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) Max Schmidt die Erwartungen der vier Pädagogenverbände Bayerischer Philologenverband (bpv), Bayerischer Realschullehrerverband (brlv), Katholische Erziehergemeinschaft Bayern (KEG) und Verband der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern (VLB) an die Politik formuliert:

„Die Mittelschule braucht Mittel! Die Umwandlung der Haupt- in Mittelschulen ist nicht kostenneutral machbar. Das oberste Ziel der neuen Schulart muss die Sicherung der Ausbildungsfähigkeit ihrer Schüler auch für anspruchsvollere Berufsfelder und einen guten Berufseinstieg sein. Dazu müssen die Rahmenbedingungen für die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule ein hohes Maß an persönlicher Unterstützung und individueller Betreuung sicherstellen. Eine wirklich gute Ausstattung mit Lehrkräften und weiterem Personal ist dafür die Grundvoraussetzung.“ Um der Mittelschule zum Erfolg zu verhelfen, müssen daher alle verfügbaren Hauptschullehrkräfte eingestellt werden.

Die geplanten Intensivierungsstunden bewerten die Lehrerverbände als sinnvollen Ansatz, sie möchten sie aber im Umfang ausgebaut sehen. Ihre Einführung am achtjährigen Gymnasium hat gezeigt, dass sie helfen, Schwächen zu beheben und individuelle Stärken zu fördern.

Pressemitteilung Nr. 4 vom 19. April 2010

PÄDAGOGENVERBÄNDE STELLEN BAYERNWEIT EINZIGARTIGES PROJEKT ZUR LEHRERGESUNDHEIT VOR

PÄDAGOGENVERBÄNDE STELLEN BAYERNWEIT EINZIGARTIGES PROJEKT ZUR LEHRERGESUNDHEIT VOR

abl: Freistaat muss mehr für Lehrergesundheit tun
Ein bislang einzigartiges Programm zur Lehrergesundheit haben heute vier bayerische Lehrerverbände im Klinikum rechts der Isar der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Besondere an diesem neuen Angebot: Es wurde auf die Bedürfnisse von Lehrkräften von der TU München maßgeschneidert und beinhaltet die Möglichkeit, webbasierte, individuelle Elemente mit persönlicher Beratung und Betreuung zu verbinden.

Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) Max Schmidt sagte bei der heutigen Pressekonferenz zur Präsentation des Programms in München: „Die berufliche und damit die gesundheitliche Beanspruchung von Lehrkräften hat an allen Schularten während der vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen – und ein wirkliches Ende ist nicht abzusehen. Nach langen Verhandlungen um Initiativen unsres Dienstherrn haben vier bayerische Lehrerverbände, unterstützt von der TU München und zwei starken Versicherern, die Sache nun selbst in die Hand genommen. Denn wirksame staatliche Maßnahmen gegen die auf lange Sicht krank machende Überlastung existieren immer noch nicht oder nur in sehr geringem Umfang.“ – Und das, obwohl laut Gesundheitsförderungsbericht 2008 des Bundesministeriums des Inneren die Gesundheitsförderung eigentlich Bestandteil jeder modernen Behörden- und Verwaltungskultur und entsprechend vorrangiges Leitziel sein müsste.

Position der Politik: "Der Geist ist willig, aber die Finanzen sind schwach“
Dabei hatte es in der ersten Hälfte des Jahrzehnts noch so ausgesehen, als stehe der Freistaat in Sachen Gesundheitsförderung für Lehrkräfte vor einem entscheidenden Durchbruch: Unter dem Eindruck hoher Frühpensionierungszahlen bei Lehrkräften (im Jahr 2000 deutschlandweit 64 Prozent) hatte sich der Landtag des Themas ernsthaft angenommen, Arbeitsgruppen aus Vertretern der Ärzte-, der Lehrerschaft und des Kultusministeriums tagten seit 2002, verfassten Empfehlungen und legten Berichte vor, Modellversuche zur ‚Lehrergesundheit und Berufszufriedenheit’ starteten in drei bayerischen Bezirken und zeitigten gute Erfolge. Von diesen Initiativen ist allerdings kaum mehr als die unlängst erfolgte Verlängerung der Altersteilzeit übrig geblieben. „Die Möglichkeit zur Altersteilzeit ist für ältere Lehrkräfte ein Segen; im Hinblick auf die Lehrergesundheit spielt sie eine ganz wichtige Rolle. Doch gerade Kollegen in jungen und mittleren Jahren müssen in beruflichen Gesundheitsfragen immer noch weitgehend ohne staatliche Unterstützung auskommen“, bedauerte der abl-Präsident. Die derzeitige Haltung des Dienstherrn zu dieser Thematik könne man in den Worten zusammenfassen: „Der Geist ist willig, aber die Finanzen sind schwach.“

abl-Forderung: Rechtsanspruch auf Teilzeit aus gesundheitlichen Gründen
In Analogie zur Altersteilzeit wünschen sich Bayerns Lehrer eine gesetzliche Grundlage für die Gewährung von Teilzeit aus gesundheitlichen Gründen. Zur Begründung sagte abl-Präsident Schmidt: „Während der Geltungsdauer der Altersteilzeitregelung hat die Zahl der Frühpensionierungen ganz deutlich abgenommen. Diese positive Entwicklung ließe sich durch die Neuschaffung einer Teilzeit aus gesundheitlichen Gründen verstärken.“ Sie könnte gesundheitlich angeschlagenen Lehrkräften die Möglichkeit zu einer spürbaren Entlastung und einer neuen beruflichen Perspektive geben. Die Teilzeitbeschäftigung sollte aufgrund eines ärztlichen Gutachtens unabhängig vom Alter bewilligt werden; durchaus auch zeitlich befristet. Die vier Berufsverbände der Lehrerschaft sind überzeugt, dass diese Maßnahme die Dienstfähigkeit zahlreicher Lehrkräfte erhalten und den Dienstherren langfristig billiger kommen würde als die Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand. In den Schulen würde sie vermeiden helfen, dass angeschlagene Lehrkräfte auf Vollzeit bleiben, aber dann aus gesundheitlichen Gründen immer wieder über Wochen ausfallen, was Unterrichtsausfälle oder Mehrarbeit für das übrige Kollegium verursacht.

Schulische Gesundheitsbeauftragte: geringer Aufwand, hoher Nutzen
Schmidt bekräftigte darüber hinaus den Wunsch der Lehrerverbände nach einem Gesundheitsbeauftragten für jede bayerische Schule: „Fachlich geschulte Gesundheitsbeauftragte können aus ihrer genauen Kenntnis der Verhältnisse an der Einzelschule bereits präventiv aktiv werden, als kompetente Ansprechpartner individuelle Tipps zur Gesundheitsfürsorge geben, schulinterne Fortbildungen veranstalten und als Bindeglieder zu übergeordneten Stellen fungieren.“ Bereits mit wenigen Anrechnungsstunden pro Schule und damit einem sehr überschaubaren finanziellen Einsatz für die Staatskasse ließe sich so viel für die Verbesserung der Lehrergesundheit gewinnen, warb der amtierende abl-Präsident für diese Idee.

Für den Inhalt verantwortlich: Peter Missy, Pressesprecher des bpv, Tel. 0172/ 848 33 99
Fotos: P. Missy

Sonderinformation der abl-Lehrerverbände in Zusammenarbeit mit den Privaten Krankenversicherungen DBV und Debeka

 

Pressemitteilung Nr. 3 vom 16. März 2010

SPONTANER LEHRERPROTEST GEGEN ÜBERALTERUNG DER KOLLEGIEN: LEHRERVERBÄNDE ÜBERGEBEN 33.000 UNTERSCHRIFTEN AN CSU-FRAKTIONSCHEF SCHMID

abl-Präsident Schmidt kritisiert: „Erhöhung der Altersgrenze kostet Tausende Lehrerstellen“
Als „beeindruckendes Zeichen gegen eine drohende Überalterung der Lehrerschaft als Folge der Dienstrechtsreform“ hat der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) und Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt bei der Übergabe der Listen an CSU-Fraktionschef Georg Schmid die Unterschriftenaktion bezeichnet, die von den vier abl-Mitgliedsverbänden in Lehrerzimmern durchgeführt wurde. Aufgrund der laufenden Beratungen im Landtag und der damit verbundenen Dringlichkeit war die spontan verabredete Aktion an vielen Schulen auf die großen Pausen während nur drei Unterrichtstagen begrenzt. Das heißt, dass vielerorts de facto insgesamt kaum mehr als eine Zeitstunde zum Unterschreiben bleib. „Allein an den Gymnasien haben in dieser extrem kurzen Frist dennoch mehr als 10.000 Kolleginnen und Kollegen für unsere Forderung nach Einstellung von mehr Junglehrern und nach der Beibehaltung der bisherigen Altersgrenze unterschrieben. Das ist ein mehr als deutliches Zeichen dafür, wie sehr das Problem der Lehrerschaft unter den Nägeln brennt“, betonte der bpv-Vorsitzende.

Sollen 7-jährige Schüler durch 60 Jahre ältere Lehrer unterrichtet werden?
abl-Präsident Schmidt kritisierte, dass gegen den massiven Protest der beteiligten Lehrerverbände die Staatsregierung an ihrem Ziel festhält, im Rahmen der Neugestaltung des Dienstrechtes für Lehrkräfte die Altersgrenze über das 67. Lebensjahr hinaus anzuheben: „Die vorgesehene Neuregelung bringt faktisch eine mögliche Ausdehnung der Arbeitszeit bis zur Ruhestandsversetzung um 2 ½ bis 3 Jahre mit sich. Das stellt nach unserer Auffassung eine eklatante Missachtung der enorm gestiegenen beruflichen Beanspruchung von Lehrerinnen und Lehrern an allen Schularten dar. Es ist bereits jetzt absehbar, dass sich dadurch die Einstellungschancen für junge Lehrkräfte drastisch verschlechtern werden: Tausende Stellen für Junglehrer werden wegfallen, die Überalterung der Lehrerschaft nimmt zu! Mit vielen Eltern fragen wir Lehrer uns: Ist es wirklich Wille der Staatsregierung und des Landtages, zukünftig 7-jährige Kinder durch Lehrer unterrichten zu lassen, die 60 Jahre älter sind?“

Für den Inhalt verantwortlich: Peter Missy, Pressesprecher des bpv, Tel. 0172/ 848 33 99
Fotos: P. Missy


Pressemitteilung Nr. 2 vom 25. Februar 2010

Zur Diskussion über die UN-Behindertenrechtskonvention im Bayerischen Landtag: Kindeswohl entscheidend – Nicht alle Kinder mit Förderbedarf in Regelschulen zwingen!

Anlässlich des heute im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtages auf der Tagesordnung stehenden Themas ‚Inklusion’ hat der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) und Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt die Position der in der abl zusammengeschlossenen Lehrerverbände skizziert: „Wir sehen in der UN-Behindertenrechtskonvention durchaus begrüßenswerte Ansätze. Sie trägt gesamtgesellschaftliche Bedeutung, indem sie Menschen mit Behinderungen explizit als Bestandteil der gesellschaftlichen Vielfalt und als Quelle kultureller Bereicherung würdigt“, so Schmidt. Gleichzeitig mahnte er, in ihrer Umsetzung nicht über das Ziel der Konvention hinauszuschießen oder diese für Zwecke zu gebrauchen, die letztlich zum Schaden aller Schüler wären: „Wir müssen den ‚Architekten’ der Konvention gut zuhören: Mit ‚Inklusion’ meinen sie nicht die Überführung sämtlicher Schüler mit Behinderung oder Förderbedarf in die Regelschulen. Gefordert wird auch nicht die Abschaffung der Förderschulen.“
Tatsächlich legt die Behindertenrechtskonvention entscheidende Kriterien fest, die den Rahmen der Inklusion abstecken: Das Kindeswohl ist absolut zentral, ebenso die bestmögliche individuelle Förderung und die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen, innerhalb derer die Inklusion nur sinnvoll verwirklicht werden kann. Die Beachtung dieser Kriterien erfordert eine Umsetzung mit Augenmaß, die auch die berechtigten Interessen der nichtbehinderten Schüler berücksichtigen muss.

Auf die Erfahrungen von Betroffenen und Sonderpädagogen achten
„Ganz wichtig“, so Schmidt, sei es, die vielfältigen - und durchaus disparaten - Erfahrungen und Ansprüche von Behinderten und Förderpädagogen ernst zu nehmen: „Ihre Erfahrungen müssen wegweisend für die praktische Ausgestaltung der Inklusion im Schulalltag sein. Neben Beispielen für gelungene Inklusion machen betroffene Schüler und Eltern auch immer wieder darauf aufmerksam, dass die gemeinsame Beschulung in Regelschulen keineswegs nur positiv erlebt wird.“ Tief sitzendes, kaum überwindbares Unverständnis seitens von Mitschülern und in der Folge Ausgrenzung prägen gar nicht selten den Regelschulalltag von behinderten Kindern. Sie fühlen sich häufig alleine und unverstanden, sodass Eltern oftmals fordern: „Wir möchten für unsere Kinder keine einheitliche Beschulung. Wir schätzen und wollen die Förderschule, weil es dort die Solidarität der Gemeinschaft gibt.“ In Förderschulen treffe man auf ein hohes Maß an Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse, verfüge über speziell ausgebildetes Fachpersonal und könne mit den Problemen und Schwierigkeiten der Schüler mit Handicap adäquater, individueller und damit eher zum Wohl der Schüler umgehen.

Die vier Lehrerverbände appellieren, diese Stimmen sehr ernst zu nehmen: „Solange es nicht jedem förderbedürftigen Schüler zu seinem Vorteil dient, darf man ihn nicht unüberlegt in Regelschulen pressen. Im Schulwesen muss es einen geschützten Raum geben, in dem besonderen Schülerschicksalen spezielle Aufmerksamkeit zukommt, so wie es die Sonderpädagogik in den Förderschulen und Förderberufsschulen vermag. Jeder Fall ist speziell und muss individuell beurteilt werden.“ Inklusion erfordert erhebliche staatliche und kommunale Zusatzkosten Damit mehr Kinder mit Behinderungen die Möglichkeit erhalten, Regelschulen zu besuchen, so Schmidt abschließend, müssen die Rahmenbedingungen stimmen, sodass die optimale Förderung dieser Kinder garantiert ist. Barrierefreiheit, ausreichend pädagogisches Fachpersonal, kleine Klassengrößen sind nur einige der zentralen Voraussetzungen. Das wiederum ist mit erheblichen staatlichen und kommunalen Ausgaben verbunden.

Für den Inhalt verantwortlich: Peter Missy, Pressesprecher des bpv, Tel. 0172/ 848 33 99

Pressemitteilung Nr. 1 vom 29. Januar 2010

Zukunft der Hauptschule: Viele Lehrkräfte unterstützen Weiterentwicklung zur Mittelschule

ABL-Präsident Schmidt: „Auch zukünftig alle verfügbaren Hauptschullehrkräfte einstellen!“
Anlässlich der Antragsberatungen im Bildungsausschuss des Landtags zur Zukunft der Hauptschule hat der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (ABL) Max Schmidt darauf hingewiesen, dass viele Lehrkräfte auch der Hauptschulen die Weiterentwicklung ihrer Schulart zu Mittelschulen unterstützen. Als Beispiel nannte er die Vize-Präsidentin des Grund- und Hauptschullehrerverbandes BLLV. Sie hatte gegenüber der Presse geäußert, sie sehe mit dem Konzept der neuen Mittelschule für „größere Hauptschulen nun die Chance gekommen, sich zu entwickeln.“ Diese Haltung teilen viele Hauptschullehrkräfte und -rektoren auch in den Dialogforen, so Schmidt: „Rund die Hälfte der Landkreise und kreisfreien Städte hat zusammen mit den Lehrkräften vor Ort bereits Ideen für die Weiterentwicklung zu Mittelschulen entwickelt. Ich rechne damit, dass die anderen 50 Prozent bis zum Schuljahresende nachfolgen werden. Das zeigt: Viele Beteiligte sind optimistisch, dass die Weiterentwicklung der Hauptschule zur Mittelschule gelingt - wenn denn die Rahmenbedingungen stimmen.“ Die Lehrerverbände der ABL sehen sich mit vielen Kolleginnen und Kollegen an den Hauptschulen einig, dass dazu nicht nur organisatorische Fragen geklärt werden müssen: „Die Mittelschule muss von Anfang an durch ein eigenständiges Profil und gute Ausstattung überzeugen. Ein ständiges ‚Nachjustieren’ wie beim Gymnasium kann sich die Politik nicht noch einmal erlauben.“

„Nicht kleckern, sondern klotzen“: Mittelschule braucht gute Personalausstattung
Ziel der neuen Schulart muss die Sicherung der Ausbildungsfähigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler auch für anspruchsvollere Berufsfelder und einen guten Berufseinstieg sein: „Deutsch und Mathematik als grundlegende Kulturtechniken, Englisch und die Einübung sogenannter Soft Skills sollten in dem neuen Schultyp einen besonders hohen Stellenwert besitzen. Um gezielt auf das Berufsleben vorbereiten zu können, ist es wichtig, dass die Rahmenbedingungen für die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule ein hohes Maß an persönlicher Unterstützung und individueller Betreuung sicherstellen. Daher muss ein besonderes Augenmerk auf eine wirklich gute Ausstattung mit Lehrkräften und weiterem Personal gelegt werden. Nur so können Schwächen wirklich behoben und Stärken gefördert werden. Das Motto muss lauten: Nicht kleckern, sondern klotzen. Es müssen deshalb auch weiterhin alle verfügbaren Hauptschullehrkräfte eingestellt werden!“

Der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (ABL) gehören der Baye­rische Philologenverband (bpv), der Bayerische Realschullehrerverband (brlv), der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen (VLB) und die Katholische Erzieher­gemeinschaft (KEG) an.

Für den Inhalt verantwortlich: Peter Missy, Pressesprecher des bpv, Tel. 0172/8483399


 
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