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Pressemitteilung Nr. 6 vom 17. September 2009

Bayerische Lehrerverbände nach dem Anschlag in Ansbach

Lob für umsichtige Reaktion von Lehrerschaft und Polizei - Sicherheit im öffentlichen Raum verstärken

Bestürzung und Betroffenheit hat der Anschlag auf das Ansbacher Gymnasium Carolinum unter der bayerischen Schüler- und Lehrerschaft ausgelöst. In einer ersten Stellungnahme erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Walter Fronczek als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Lehrerverbände (ABL): „Unser Mitgefühl gilt allen Verletzten; unser Dank der Lehrerschaft und der Polizei, die sehr schnell und sehr umsichtig reagiert haben.“

Offensichtlich habe man nach den Amokläufen der vergangenen Jahre dazugelernt und so womöglich weit Schlimmeres verhindern können. Klar sei aber auch, so Fronczek, dass in die laufende Diskussion um die Sicherheit im öffentlichen Raum auch die Schulen mit einbezogen werden müssten: „Schulen sind Teil des öffentlichen Lebens und wir wollen, dass das so bleibt. Wir wollen keine Schulen, die sich von der Außenwelt hermetisch abschließen! Wir müssen uns aber Gedanken darüber machen, wie wir die Sicherheit im öffentlichen Raum und damit auch an unseren Schulen verbessern können. Dazu gehört sicherlich die Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten bei Schulum- und –Neubauten. Die erschreckenden Gewalttaten vornehmlich junger Männer der vergangenen Wochen und Monate zeigen aber, wie wichtig es ist, dass Kinder und Jugendliche in einem Klima des gegenseitigen Vertrauens und Respektes aufwachsen. Dazu können und müssen alle beitragen: in erster Linie natürlich Elternhaus und Schule, gefordert sind aber auch die Medien wie alle anderen, die die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestalten.“

Für den Inhalt verantwortlich:
Peter Missy, Pressestelle des bpv,
E-Mail: pressestelle@bpv.de, Tel. 089/ 746 163 13

Pressemitteilung Nr. 5 vom 02. Juli 2009

„Die ‚Mittelschule’ verdient eine echte Chance“

ABL-Präsident Wunderlich: „Alternativmodelle beschleunigen nur das Schulsterben“


Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (ABL), Jürgen Wunderlich, hat sein Unverständnis über die bereits im Vorfeld laut gewordene heftige Kritik am Modell einer ‚Mittelschule’ geäußert, das von Kultusminister Dr. Spaenle heute im Landtag vorgestellt wurde: „Die Behauptung, die Mittelschule sei der Totengräber der wohnortnahen Schule, ist rational nicht nachvollziehbar. Dieses Urteil trifft eher auf die derzeit gehandelten Gegenmodelle zu. Denn jeder Insider weiß: Sowohl ‚Sekundar’- oder ‚Regionalschule’ erfordern große Schülerzahlen und damit die Konzentration auf relativ wenige Standorte, um binnendifferenzieren und unterschiedliche Schulabschlüsse anbieten zu können. Diese Gegenmodelle zur Mittelschule würden daher erst recht zu dem von den Kommunen befürchteten Sterben etlicher Grund-, Haupt- und auch Realschulen führen.“

Von der bayerischen Staatsregierung forderte Wunderlich, beim Umbau der Haupt- zu einer berufsorientierenden Mittelschule „zu klotzen und nicht zu kleckern: Eine halbherzige Reform verträgt die Hauptschule nicht. Bei der neuen Mittelschule muss es sich um ein eigenständiges Schulmodell handeln, in dem die Bedürfnisse und Fähigkeiten ihrer Schüler mit den Bedürfnissen des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes eng verzahnt werden. Anforderungen wie Rahmenbedingungen müssen von Anfang an stimmen. Dann kann es gelingen, möglichst viele Schüler zu einem hochwertigen Abschluss zu führen, der Jugendlichen wie Arbeitgebern einen spürbaren „Mehrwert“ zum jetzigen Hauptschulabschluss bringt.“

Für den Inhalt verantwortlich:
Peter Missy, Pressestelle des bpv,
E-Mail: pressestelle@bpv.de, Tel. 089/ 746 163 13

Pressemitteilung Nr. 1 vom 3. März 2009

Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände zu den heutigen Kabinettsberatungen: „Ohne Übertritt geht gar nichts!“

Das Festhalten an Leistungskriterien und damit die Vorschläge von Kultusminister Dr. Spaenle zum Übertritt an die weiterführenden Schulen nach der Jahrgangsstufe vier hat der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände Jürgen Wunderlich in einer Stellungnahme begrüßt.

Er wies auf die Ergebnisse der Transitionsforschung von Prof. Dr. Fthenakis hin. Danach spielen Übergänge im Leben eines Menschen eine entscheidende Rolle. Von besonderer Bedeutung sind dabei die ersten Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche damit machen. „Unsere Gesellschaft nimmt aber darauf zu wenig Rücksicht!“, so Präsident Wunderlich. „Alles fokussiert sich auf den Übertritt aus der Grundschule. Aber dem Übergang vom Elternhaus in den Kindergarten und vom Kindergarten in die Grundschule wird derzeit immer noch zu wenig Beachtung geschenkt. Dabei sind diese Erfahrungen prägend für das weitere Leben!“ Spätere Schwierigkeiten bei darauf folgenden Übergängen sind vielfach auf frühere Erfahrungen zurückzuführen.

In der Diskussion immer wieder vorgebrachte Meinungen, die allein ein längeres gemeinsames Lernen ohne Noten in Gesamtschulen als allein selig machenden Weg propagieren, halten einem Abgleich mit wissenschaftlichen Untersuchungen in keiner Weise Stand! So werden leistungsstarke wie leistungsschwache Schüler bei einer längeren Grundschulzeit zu wenig gefördert und bauen Lerndefizite von bis zu zwei Schuljahren auf. Prof. Dr. Jürgen Baumert stellt zudem fest, dass eine Freigabe des Elternwillens nicht zu mehr, sondern zu weniger Bildungsgerechtigkeit führe.

Auch der Berliner Bildungsforscher Prof. Dr. Lehmann befürchtet, dass lernstarke Schüler nicht angemessen gefördert werden, wenn alle Kinder sechs Jahre lang gemeinsam unterrichtet werden: „Schnellere Lerner profitieren von einem homogenen, leistungsstarken Lernmilieu, die Befunde aus Berlin und aus anderen Studien der empirischen Bildungsforschung der letzten Jahrzehnte sind in dieser Hinsicht eindeutig“, sagt der Wissenschaftler.

Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände Jürgen Wunderlich stellt fest: „All jene, die so vehement eine längere gemeinsame Schulzeit fordern oder die Freigabe des Elternwillens, sollen endlich einmal den wissenschaftlichen Nachweis für ihre Behauptungen antreten. Glaubensgrundsätze helfen uns in der Bildung nämlich nicht weiter. Die Fragwürdigkeit von Forderungen der Vertreter einer verlängerten Grundschulzeit zeigt sich ja beispielsweise schon darin, dass sie die Frage unbeantwortet lassen, ob der Übertritt bei einer längeren gemeinsamen Schulzeit bis zur 6. Klasse dann ohne Druck auf Eltern und Kinder stattfindet.“

Für den Inhalt verantwortlich:

Peter Missy, Pressestelle des bpv, E-Mail: pressestelle@bpv.de, Tel. 089/ 746 163 13

 
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